IoT oder wenn jeder jeden kennt.

Tablets und Smartphones begleiten uns ständig und „gestalten“ inzwischen weite Teile unserer privaten Lebensgewohnheiten.

Gleiches gilt für unser Berufsleben: Der erste Blick in die dienstlichen E-Mails erfolgt morgens häufig bereits in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit. Mitteilungen an Kollegen werden über öffentliche Hot Spots entlang des Arbeitswegs übertragen, gleich nach oder gemeinsam mit privaten Gruppenbeiträgen im Freundes- und Bekanntenkreis.
Die fortwährende Notwendigkeit zum Zugriff auf digitale Schnittstellen legt den pragmatisch scheinenden Einsatz lediglich eines (privaten) Endgerätes sowohl für den privaten Lebensbereich als auch für den Einsatz im Arbeitsverhältnis nahe.
Dieses als „Bring your own device“ bezeichnete Vorgehen führt allerdings dazu, dass private und berufliche Daten „vereint“ werden. Besondere Aufmerksamkeit verdient dabei der Umstand, dass gerade nicht nur Daten im Sinne einfacher Textnachrichten oder Fotos zusammengeführt werden. Vielmehr ermöglicht die Digitalisierung es, dass immer mehr Geräte und damit zugleich auch die mit den jeweiligen Geräten verbundenen Netzwerke wiederum miteinander verbunden werden.
Das sog. Internet der Dinge oder „Internet of Things“ (IoT) bedeutet, dass viele oder inzwischen gar die meisten elektronischen Geräte bereits in der Produktion eine Schnittstelle zum Internet erhalten haben, die -mitunter ohne Zutun des Menschen- funktionieren und agieren. Das Internet der Dinge verbindet bereits heute Mobilgeräte, Überwachungskameras, Rauchmelder, Heizungssteuerungen, Türöffner und sogar PKW miteinander. Längst wird öffentlich diskutiert, dass sich sogar Kaffeemaschinen und andere Küchengeräte, Kinderspielzeug und sogar Möbelstücke, ohne dass wir es merken müssten, mit dem Internet verbinden und untereinander kommunizieren können.

Ob Smart Factory oder Smart Home – dank „Internet of Things“ wird das Wesen der Dinge smart, also digital und miteinander verbunden.

Dieser Trend ist steigend und zwar sowohl quantitativ als auch qualitativ. 2018 gibt es laut des US-Marktforschungsunternehmens Gartner 11,2 Milliarden vernetzte Geräte, für 2020 werden bereits 20,4 Milliarden Geräte prognostiziert.
Grund hierfür sind die schon jetzt bestehenden und sich fortwährend steigernden Möglichkeiten zur Übertragungsgeschwindigkeit und Speicherkapazität von Daten. Riesige Datenmengen (Big Data), die zum Teil in Echtzeit fließen, ermöglichen immer effektivere Formen des Fernzugriffs.

Die Vernetzung von privaten und arbeitgeberseitig betriebenen Netzwerken und Daten im privaten Smartphone als Kontenpunkt bietet auf der technischen Ebene die Möglichkeit zur Verhalten- und Leistungskontrolle einzelner Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Wie selbstlenkende PKW zum Zwecke der Stau- und Unfallvermeidung ständig miteinander kommunizieren, könnte in Zeiten von IoT und „Bring your own device“ dauerhafte Konnektivität beispielsweise auch zwischen dem betrieblichen System zur Arbeitszeiterfassung und Smart-Home-Funktionen, wie beispielsweise dem Betätigen des privaten Haustüröffners mittels Bluetooth, hergestellt werden. Noch einfacher ließen sich die im Arbeitszeitsystem hinterlegten Daten mit dem Zeitpunkt des Verbindens mit dem privaten WLAN abgleichen. Um die Fülle an Möglichkeiten noch weiter zu spannen, bedürfte es inzwischen keiner großen Fantasie mehr.

Eine der drängendsten Aufgaben von Betriebsräten ist es daher, der neuen Mobilität, Flexibilität und Agilität der Arbeit mit einer gleichsam neuen Strategie der Mitbestimmung zu begegnen.

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